Happy Hippie – Portugal

LOST TRACK Reiseblog – Portugal

Würde man eine Zeitschrift mit diesem Titel auflegen stünden die Chancen nicht schlecht einige Exemplare im Süden Portugals an den Mann zu bringen.

Bereits vor 5 Jahren in einem gemeinsamen Urlaub mit Kristof, Mareike, Christoph und Krystina haben wir uns ausgemalt wie cool es sein müsste die Algarve einmal mit dem eigenen Auto zu bereisen, denn wir waren damals geflogen. Anfang Dezember trennten uns noch einige Hundert Kilometer vom Süden und der Norden Portugals sah so ganz anders aus, als das Bild, das wir von diesem Land gewonnen hatten. Dicht besiedelt und irgendwie kalt, dass war zumindest der Eindruck den wir im Vorbeiziehen vom Leben in den Orten gewonnen haben, das uns vielerorts recht hart erschien. Nicht, dass es uninteressant gewesen wäre, war der Kontrast zwischen Neuwagen und Eselkarren doch spannend zu sehen. Dennoch lud die Atmosphäre nicht zum Bleiben ein.

Der Entschluss die Küste zu verlassen, um Shaun und Pia einen Besuch in ihrem neuen Zuhause der Cherry Pond Quinta abzustatten, war also leicht gefällt. Auf dem Weg dorthin hatten wir dann noch ein ziemlich verstörendes Erlebnis in Viseu. Bei der Ortsdurchfahrt trafen wir auf ein massives Polizeiaufgebot, das den Verkehr an einer auf der Straße liegenden Leiche vorbeiführte und versuchte die Öffentlichkeit so gut es ging mit Müllsäcken abzuschirmen. Wir wussten nicht recht was davon zu halten war, sah das ganze keineswegs nach einem Verkehrsunfall aus. Wir mussten endlich raus, raus aus diesen verdammten Städten! Doch auch im weiteren Verlauf bot sich uns ein finsteres Bild. Wir fuhren durch ganze Landstriche, in denen die Feuer des Sommers alles verschlungen und in trauriges Schwarz gewandelt hatten. Hier zeigte sich deutlich, dass die bewusst gewählte Monokultur aus Eukalyptus und Pinien verheerende Auswirkungen mit sich brachten. Ausgebrannte Autos und bis auf die Grundmauern niedergebrannte Häuser waren allerorts zu sehen.

So zog es sich bis in den Nationalpark in dem Shaun und Pia ihre neue Heimat gefunden haben. Auch hier hatte es noch vor etwa einem Monat vor ihrer Ankunft gebrannt. Das Tal in dem die Cherry Pond Quinta gelegen ist konnte jedoch, dank einem Fluss, einer Quelle und einer gesunden Nachbarschaftshilfe verteidigt werden. Lediglich ein Hang des Tals trug als Mahnmal die schwarze Asche. Wir hatten Shaun, Pia und ihre beiden Hunde Scooby und Babba in Frankreich kennengelernt und eine ganze Weile als Reise-WG zugebracht. Die Zwei haben ihre Idee, von einem selbstversorgten Leben, mit dem Einstieg in das Permakultur-Projekt der Cherry Pond Quinta einen Schritt weiter getragen. Gemeinsam mit Emil, Sara, deren 4 jährigen Tochter Emma, Wally und Iza leben die Zwei nun in ihrem eigenen Tal. Die Nationalitäten sind bei der Besatzung bunt gemischt, Emil aus Schweden, Sara aus Italien, Wally aus Gibraltar und Iza und Emma aus Portugal und nun noch Shaun aus England und Pia aus Deutschland. Bei unserer Ankunft ist weiterer Besuch zugegen. Jakke und Wendy aus Belgien und Holland, die auf der Durchreise auf die Kanaren ebenfalls einen Zwischenstopp eingelegt haben. Es entwickelte sich also schnell die altbekannte Campdynamik, von Sara liebevoll Hippie-Invasion genannt.

Das Grundstück ist ein wahrer Traum, mit tollem Baumbestand, alten Steinruinen und einer Oase am kleinen Flusslauf, das alles megaschön im Tal gelegen. Nur die doch sehr frischen Temperaturen, erforderten es in Bewegung zu bleiben. Lisa begab sich als Kaufberaterin mit Shaun, Pia und Iza auf Shoppingtour. Ein Geländewagen stand auf der Einkaufsliste der aufgrund des rauen Geländes des Nationalparks benötigt wurde. Der Hymer hatte es irgendwie ins Tal gebracht, würde es aber nie in seinem Leben wieder hinaus schaffen. Zur gleichen Zeit versuchten Emil und Timo den abgebrannten Hang gegen Erdrutsche zu sichern, künstliche Terrassen anzulegen und neuen Baumbestand auszusäen. Dabei wurde auf eine Vielzahl von verschiedenen Arten zurückgegriffen. Der Mix macht’s! Am Ende des Tages war der Hang annähernd gesichert, den Rest würden hoffentlich die neuen Bäume eines Tages übernehmen und Shaun und Pia hatten einen Landrover Discovery gekauft. Das erste und einzige Auto das sie sich angeschaut hatten, absolut beratungsresistent, aber mangelnden Aktionismus kann man den Zweien auf jeden Fall nicht vorwerfen.

Zum Feiern des Landerwerbs stand noch ein gemeinsames, klassisch portugiesisches Essen auf dem Plan. Neben unserer Gang gesellten sich noch viele Freunde und Freundes Freunde an die Tafel, so dass wir am Ende zwanzig Leute waren. Dabei lernten wir noch den weiter gefassten Kreis kennen, die breit gestreuten Nachbarn, die sich gemeinsam bei ihren unterschiedlichen Permakultur-Projekten unterstützen. Es war schön zu sehen, dass ein Zusammenleben auch so funktionieren und wie bereichernd es doch sein kann.

Am Ende verbrachten wir einige echt schöne und herzliche Tage mit wirklich faszinierenden Menschen, bevor uns die Kälte in den Süden trieb. Das Einfrieren unserer Wasserversorgung nahmen wir als Zeichen, dass noch ein extra Ausrufezeichen durch Eisblumen auf den Innenseiten unserer Scheiben erhielt!

 

Die Zeit war reif, zumal sich Arne, Romina und Emmy, aus der Stader Heimat, für einen Besuch über Weihnachten angekündigt hatten. Es war nun bereits Anfang Dezember und wir waren noch immer ein ganzes Stück von der guten alten Algarve entfernt. Eher untypisch, entschieden wir uns gegen die Küste und beschlossen diese erst ab Sines wieder in Augenschein zu nehmen. Unweit davon, in Malhao, fanden wir dann das, was wir jetzt brauchten: milde Temperaturen, einen abgeschiedenen Platz zum Campen, versteckt hinter den Dünen und dazu ein paar Wellen. Endlich fühlte sich das Ganze hier mal nach Portugal an! Neben dem täglich grüßenden Angler, einigen Reitern und einer Horde spanischer Offroader war hier nichts los, genau das, was uns zum Verweilen animierte.

 

Nach einer entspannten Woche ging es weiter nach Odexeice. Hier war es schon etwas „voller“ und wir entschlossen, abseits der am Strand parkenden Wohnmobile, unser Lager am Fluss aufzuschlagen. Neben uns standen hier nur zwei Fahrzeuge in respektvollem Abstand. Unser Aufenthalt währte aber nicht lang, stellte sich am folgenden Tag doch ein Wohntruck vom Kaliber des Coca-Cola-Weihnachtstrucks, samt einem kleinen Toyota als Beiwagen, wenige Meter neben uns auf. Wenn das nicht schon an Nötigung grenzt, wurde die wahre Grenze dann mit dem wenige Minuten nach der Ankunft startendem Generator übertreten. Hier war nicht mehr genug Platz für unser Ego, wir zogen weiter.

Angekommen in der guten alten Algarve begaben wir uns in den kommenden Tagen auf Wellenjagd in und um Sagres. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass wir unfassbar viel Zeit im Auto von A nach B über C nach D verbrachten, um letztendlich nirgends die Traumbedingungen, die vorhergesagt waren, zu finden. Eben bei diesem ganzen hin und her treffen wir auf eine Gruppe Fahrradreisende aus England. Der Kontakt kommt über Marcus zustande, der unfassbar heiß auf’s Surfen war, aber aufgrund von seinem Reisegefährt sein Brett in der Heimat gelassen hatte. Als Lisa ihm anbietet ihr Brett zu nehmen kann der Gute sein Glück kaum fassen. Wenig später paddelt er mit Timo ins Lineup von Ingrina. So richtig erfolgreich waren die beiden zwar nicht, was aber Marcus fettes Grinsen nichts anhaben konnte. Wie sich herausstellen sollte waren Marcus und Co. mit dem Fahrrad unterwegs in den Senegal. Für die musikalische Note in der Gruppe sorgte Martha, die allerdings eher nach England zurückkehren musste, um ihre Europa Tournee zu starten. Die Dynamik innerhalb der Gruppe war einfach nur mitreißend und wir total begeistert von unserem Treffen. Am kommenden Tag sollten wir uns nochmal wieder sehen und beim Wassertanken an dem alten Waschhaus gnadenlos fest quatschen.

 

Hiermit war dann aber das Kapitel Wellenjagd erstmal beendet, denn auch Timo musste zugeben, dass es nicht so richtig viel Sinn machte und wir entschlossen uns erstmal wieder heimisch zu werden. Einen geeigneten Platz hatten wir auf der Klippe oberhalb vom Praia do Barranco, dem berüchtigten Hippie-Strand, schnell gefunden. Ingesamt muss man sagen, dass sich nicht erst hier ein 4×4 bezahlt machte, gab es doch in der gesamten Algarve Unmengen von Dirttracks, die zur Erforschung einluden. Und hier standen wir nun auf unserer – wenn auch nur geborgten – Klippe und wurden von den ersten wärmenden Strahlen des Tages, der über dem weiten Atlantik aufgehenden Sonne, durch das geöffnete Dachzelt begrüßt. Der Abschied sah meist ähnlich aus. Gesurft wurde wenn die Bedingungen halt am Homespot passten, ansonsten erkundeten wir die raue Küste zu Fuß, stöberten nach Gebräuchlichem auf dem berühmt, berüchtigten Tauschstein von Barranco, oder Lisa machte Yoga.

 

Seele baumeln lassen – so hing uns diese bald in der Kniekehle und es stellte sich eine lang vermisste Tiefenentspannung ein! Oh Portugal, wir waren angekommen!

 

Die kommenden zwei Wochen bis zur Ankunft von Arne, Romina und Emmy bewegten wir uns bzw. das Auto nur selten vom Fleck. Grund dazu bot lediglich der Nachschub an Lebensmitteln oder das Aufstocken des Wasservorrates. War der offizielle Parkplatz von Barranco zu unserer Ankunft noch satt gefüllt, ebbte die Belegung mit Bussen und Wohnmobilen langsam ab. Barranco zieht dabei einen besonderen Schlag Menschen an, denn nicht zuletzt musste man ziemlich schlechte Straßenverhältnisse auf sich nehmen um zu dem Strandparkplatz zu gelangen – wobei paradoxer Weise die gepflasterten Abschnitte, aufgrund von völlig zertrümmerten Waschbetonsteinen, schlimmer zu fahren waren als die Abschnitte an Schotterpiste. Man muss also nach Barranco wollen! Diejenigen, auf die das zutrifft, kann man in vielen Fällen als Aussteiger, Alternative oder Hippies bezeichnen. Und so ist es hier auch keine Besonderheit wenn Leute eine Höhle in den Felswänden als ihre Wohnung wählen, oder direkt am Strand mit allen Habseligkeiten unter einer Plane wohnen. Die Stimmung kann zwar teilweise auch anstrengend sein, weil dann alles irgendwie viel zu viel und zu krass ist, aber dafür hatten wir auf der Klippe unsere Ruhe. Kurz vor Weihnachten schwang dieses zu viel und zu krass dann plötzlich um, als der Trubel mit der Abreisewelle abebbte. Japp – so ist es verdammt nochmal wie es sein soll – und sogar allerorts, nicht nur in Barranco! Die übrig gebliebenen Leute super entspannt, positiv und einfach liebenswürdig!

Wir, die mit den ersten Sonnenstrahlen den ersten Tee aufbrühten und Haferbrei kochten, bekamen bald darauf Besuch von denjenigen, die ebenfalls am Sonnenaufgang auf der Klippe teilhaben wollten, oder die Jogger, die trotz anspruchsvollem Terrain freudestrahlend ein „Good morning guys“ im Vorbeilaufen riefen. Ein Tag der so beginnt kann kein schlechter werden! Ein zuverlässiger Besucher ist Tom, der jeden Morgen und Abend den Aufstieg auf die Klippe auf sich nahm, um der Sonne zu huldigen. Dabei spielte er auf seiner Flöte, die, wie er uns erklärt, ebenfalls als Klingel fungiert – er meldet sich an. Tom, ein ehemaliger Überlebenstrainer, wie er uns bald erzählt, früher ein ziemlich ernster Grüner mit tief verankerten Bildern von der Apokalypse. Irgendwann nahm sein Leben jedoch eine Wendung und auch der krasse Überlebenstrainer musste Schwächen eingestehen. In einem Prozess der Wandlung wurde er zu einem bunten Menschen, der sein Herz öffnen kann, wie er sich selbst beschreiben würde. Seither baut er Indianer-Flöten, nach Nordamerikanischem Vorbild, und lebt im Sommer als Quoten-Hippie in einem bayerischen Dorf und verbringt die Winter auf den Kanaren. Was uns schnell an Tom begeistert ist sein Hang zur Selbstironie und dass auch wirklich nichts in scharfe Grenzen eingefasst wird. So macht er sich als bunter Mensch über das Hippie-Ding lustig und das auf sehr charmante Art. Wir lernten bald allerlei Nützliches von Tom: welche wilden Pflanzen man essen kann und wo sie wachsen, wie man ein Seil flechtet, Oliven schneller essfähig macht, wie man weniger friert, ein Feuer nahezu rauchfrei aufschichtet und und und …

 

Bald folgten wir Toms Einladung uns doch mal unten zu treffen und gemeinsam am Feuer zu kochen. Ein Abend, der ohne zu übertreiben, als legendär bezeichnet werden kann! Es gesellten sich noch ein Paar aus Deutschland, eines aus England, ein Franzose und ein Schotte zu uns. Zum einen war die selbst gekochte Suppe mit allerlei wild gesammelten Kräutern, Gemüse und nicht zu vergessen, die Bio Kartoffel aus Bayern, saulecker und zum anderen hatten wir gefühlt ein gesamtes Orchester am Lagerfeuer. Das englische Pärchen war die vergangenen Tage bereits singend auf der Klippe unterwegs gewesen. Nun hatten sie ihre Instrumente aus der Höhle mitgebracht: eine Klarinette, ein Saxophon, ein kleines Horn und eine Gitarre. Dazu waren diverse Trommeln am Start. Tom spielte Flöte und ein zweiter Gitarrist war schnell gefunden. Dabei umgab die zwei Engländer eine wahnsinnige Energie, die mit reichlich Witz und gigantischen Stimmen für Gänsehaut sorgten. Man hätte es aufnehmen sollen!

Die kommenden Tage haben wir uns überdurchschnittlich viel in der Bucht aufgehalten. Bis heute kommen wir nicht über das englische Pärchen hinweg, die auf irgendeine natürliche Weise high erschienen. Die zwei sind definitiv auf einem ganz anderen Level menschlicher Existenz! Am Ende reiste Tom samt Freundin wie geplant nach Madeira ab und nahm die beiden Engländer gleich mit an Board, die sich kurz entschlossen gegen ein Rainbow Projekt in Portugal und für das wärmere Klima der Kanaren entschieden.

Nun war die Zeit wirklich reif sich auf Weihnachten einzustimmen, so schmückten wir unseren eigenen Baum und als Adventskranz gab es ein rundes Bananenbrot mit Kerze in der Mitte. Am Abend des 23.12. war es dann soweit: Arne, Romina und Emmy hatten die Mammutstrecke von 3000 km und ein paar Zerquetschten innerhalb von zwei Tagen hinter sich gebracht. Da ihre Ankunft auf einen Samstag viel, hatten wir am Tag zuvor den Schlüssel zu ihrem Ferienhaus entgegen genommen. Ein besonderes Bon Bon war, dass der Vermieter nichts dagegen hatte, dass wir bereits einen Tag vor dem eigentlichen Mietbeginn das Haus besetzen durften. So kam es dazu, dass wir nach vier Monaten unsere erste warme Dusche genießen konnten, yeah! Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Das Nächste waren dann die Drei, plus die zwei Hunde Ole und Milo, für 10 Tage bei uns zu haben. Milo ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er uns erkannte und uns schwerstens vermisst haben musste. Der Kleine wollte und wollte sich nicht einkriegen. Da sich Weihnachten hier unten ohnehin anders als normal anfühlte, so durfte auch das Festessen abweichen. Es gab eine fette Fischplatte mit Meeresfrüchten aus dem Backsteingrill, dazu Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen und zu allem Überfluss eine Mouse au Chocolat Torte. Wie es sich gehört fand die Bescherung nach dem Essen statt, wobei das nur zum Teil stimmte. Einige Geschenke gab es schon vorab aus der Fundgrube – Strand. An einem haben wir für Timo einen ordentlichen Strickpulli gefunden, und passend an Heiligabend eine ganz neue Garderobe für Lisa, darunter ein Strickmantel von dem Hamburger Label Cleptomanicx, eine kurze Hose, drei Unterhemden und zwei T-Shirts. Zwei Kleider vielen sogar noch für Romina ab. Dazu gab es dann noch die weit gereisten Geschenke: einen Grill der platzsparend auf dem Reserverad klemmt, neue Wollsocken, leckren schwarzen Tee – der für uns einen Moment der Ruhe bedeutet, einen neuen Akku für unser Telefon – der endlich wieder für tadellose Funktion sorgte, ein persönliches Fotobuch und ein wenig Schokolade.

 

Am ersten Weihnachtsfeiertag gab es dann noch eine weitere Überraschung als uns eine SMS von Kristof erreicht – wo man denn morgen gemeinsam surfen gehen könnte? Wie sich herausstellt war der Kasper gemeinsam mit Mareike, Joseph und Jenny und Bene in Lissabon gelandet. Genialer Weise war das Ferienhaus der Hamburger Bande in Ingrina und somit nur einige Kilometer von dem von Arne, Romina und Emmy entfernt.

Ab hier begann sie dann wieder – die Wellenjagd, die sich mit erhöhter Personenanzahl und den unterschiedlichsten Könnensstufen nicht gerade einfacher gestaltete. Es gelang aber dennoch alle mal ins Wasser zu bekommen, auch wenn nur einmal alle gemeinsam.

Schon stand das neue Jahr vor der Tür. Die ersten Stunden des neuen Jahres verbrachten wir mit alleman beim Lagerfeuer am Strand, bevor sich die Gruppe wieder auf ihre Residenzen aufteilte. Das Wetter in den kommenden Tagen war hervorragend und so sollte auch unser neuer Grill direkt eingeweiht werden. Test bravurös bestanden!

 

Am Tag der Abreise der Stader trauerte auch Portugal. Nachdem wir ein letztes Mal gemeinsam am Strand waren entschlossen sich die Drei das schlechte Wetter zur Heimreise zu nutzen.

Auch wenn es etwas komisch erscheinen mag, so waren die 10 Tage Urlaub, auch für uns Urlaub, Urlaub vom Leben eines Reisenden, verbrachten wir doch nur noch die Nächte im Auto. Die Zeit als WG war stark! Gute Laune, gutes Essen, es wurde Uno gezockt ohne Ende, baden, surfen und das ein oder andere Sonnengebet am Strand. Nun wurden wir nach und nach verlassen. Am Folgetag reiste auch die Hamburger Bande, bis auf Kristof und Mareike ab, die uns noch eine gesamte Woche erhalten blieben. Doch auch die war viel zu schnell vorbei. Ein Tag vor ihrer Heimreise musste sich Kristof noch einer kleinen OP in Lagos unterziehen. Waren bisher nur diverse Surfbretter gebrochen (ganze vier in einer Woche), so hatte es Kristof neben seinem gebrochenen Surfbrett noch auf eine durchstochene Lippe gebracht. Die Behandlung war Chefsache und die Nähte sahen wirklich gut aus, sodass der Jung sich nach wie vor als Modell engagieren lassen kann, wenns bei Airbus nicht mehr läuft.

 

So, nun waren wir auf einmal komplett verlassen, zumindest fühlte es sich danach an. Und nun? Alle waren sie weg und wir mussten uns erstmal wieder fangen. Die zurückgebliebene Leere musste nun wieder mit dem eigenen Rhythmus und Alltag gefüllt werden. Wir entschlossen uns noch eine Weile in der Gegend zu bleiben und bezogen wieder Quartier auf unserer Klippe in Barranco. Hier ging es ans Sortieren von Auto und Seele und so war er schnell zurück, der eigene Rhythmus. Wir verbrachten nochmal eine wirklich gute Zeit hier, in der sich auch die Wellen nochmal von ihrer besten Seite zeigten.

Doch irgendwie beschlich uns immer häufiger das Gefühl, dass es nun Zeit wurde weiter zu ziehen. Doch nicht, ohne ein Stück Südalgarve mitzunehmen! So starteten wir eine letzte große Sammelaktion, in der wir Rosmarin, Thymian, wilde Minze, Seefenchel und jede Menge süße Mandeln ernteten. Die Vorräte aufgestockt, waren wir gewappnet für alles was da kommt. Auf nach Andalusien!

 

Doch da wir nicht zu den Schnellsten gehören zog sich das natürlich noch ein bisschen – und ohnehin ist ja – SLOW THE NEW FAST!

Die Algarve, wie wir sie um Sagres kannten, war hinter Lagos schlagartig wieder vorbei. Die Leute erschienen weniger herzlich und die Orte weniger surfie/hippie, dafür aber mehr posh/touristisch. Wir fanden dennoch ein Plätzchen an der Steilküste vom Praia do Marinha, unweit von Albufeira. Hier verbrachten wir noch zwei Tage, an denen wir den Seefenchel einlegten, die Mandeln knackten und in Kokosnussöl mit Honig, Salz und Zimt rösteten. Nun konnte es weiter gehen und bald war die Landesgrenze überquert und wir zurück in Spanien … allerdings nicht, ohne vorher noch unseren Haferflockenvorrat massiv aufzustocken, hatten wir doch gelernt, dass diese in Spanien oftmals schwer zu bekommen sind.