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LOST TRACK about

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lisa

… tja, lost – in Gedanken verloren, ein ständiges Wirrwarr im Kopf, ein Gedankenknäuel gesponnen aus verschiedensten Gefühlen. Der Ausknopf ist schwer erreichbar, aber es gibt ihn, meist gelingt das Auffinden auf Reisen oder unterwegs. Ein schematischer Denker bin ich eher nicht, bei mir entsteht alles im Bauch und so entscheide ich meist intuitiv, dem gleichnamigen Gefühl folgend. Mich erfasst eine Unruhe sobald etwas zu gradlinig, eintönig, ausgetreten oder festgefahren ist. Veränderung ist das was ich brauche. Und so habe ich bereits vieles ausprobiert und den ein oder anderen Wandel vollzogen: aus dem Mädchen, das erst Flöte, dann Tenorhorn spielte und Reitunterricht nahm wurde der Teenager, der sich gothicmäßig die Lippen schwarz schminkte, der Schlaghosen-Hippie, der die Haare grün färbte, die Rocker-Braut, die aus harmlosen Ohrlöchern Piercings machte, und zum Chic mit Klackerschühchen und goldenen Oberteilen mutierte, das im feschen Golf 1 Cabrio jedes Autorennen gegen die Jungs in ihren Polos gewann.
Ja, ich bin halt ein Zwilling, im Juni 1982 geboren.
Der Gegenpol zu meiner stetigen Suche ist die gleichzeitige Sucht nach Harmonie und Ruhe. Diese erklärt sich vielleicht durch eine schwere Krankheit im Alter von 4 Jahren, die mich zwang auf meinen Körper zu hören und meine Kräfte einzuteilen. Nicht jede Auseinandersetzung muss gewonnen werden, da auch ein taktischer Rückzug, an der richtigen Stelle, zum Ziel führen kann.
Trotz des vielen Wandels, gibt es auch ein paar Konstanten in meinem Leben, eine davon ist das Unterwegssein. Meine Eltern waren mit uns drei Kindern jedes Wochenende auf Achse und Ferien zu Hause gab es kaum. Jede Möglichkeit wurde genutzt. Waren es zunächst Reisen auf dem Landweg, ging es bald auf’s Wasser. Beim Segeln war es egal, ob die Sonne schien, wir bei Flaute einen Fender kaperten und mit diesem in Schlepptau gingen, oder der Regen prasselte und der Wind wütete, ich liebte diese Freiheit dort draußen.
Mit der Freiheit als Kompass zog es mich nicht, wie viele andere nach dem Abitur ins Studentenleben, sondern ich folgte einer Faszination, die sich schon ein paar Jahre durch mein Leben zog – Australien, dieser ferne Kontinent begeisterte mich. Suchte ich zunächst eine Aupairstelle, die es schlicht nicht gab, sattelte ich um auf Work & Travel, das klang ohnehin viel aufregender. Bereits neben der Schule arbeitete ich soviel wie möglich an der Tankstelle, um das Visum und ein Startkapital zusammenzusparen. Im Herbst nach dem Abi war es dann soweit, alle gingen studieren, nur für mich ging’s in die Ferne. Kaum in Australien angekommen flog ich spontan weiter nach Neuseeland. Ganze drei Tage hatte meine Planung Bestand. In Neuseeland gewann ich viele erste Erfahrungen wie das Wandern in der Abgeschiedenheit, Trampen auf einsamen Straßen und die Sicherheit sich auf mich selbst verlassen zu können. Am Ende konnte es mich nicht mal mehr schocken vom Reisebus vergessen zu werden. Nach Australien flog ich zurück als meine Taschen leer und mein Erfahrungsschatz für’s erste angereichert war, der hier noch um eine Lektion in Sachen Zuversicht bereichert werden sollte. Gerade die unangenehmsten Erlebnisse wie ein Zwischenstop im Krankenhaus, ohne Familysupport, die ein oder andere Vollpleite und der Verlust von Portmonee und Dokumenten lehrten mich, dass es immer irgendwie weitergeht. Auch wenn es sich nicht so anfühlt, öffnet sich irgendwo unerwartet eine Tür. Und genau diese Türen ebnen meist den Weg zu den schönsten Erlebnissen.
Liebäugelte ich vor Abreise noch mit einem Biostudium, folgte ich nach meiner Rückkehr der neu entdeckten Faszination für die Fotografie. Es dauerte eine ganze Weile, aber nach verschiedensten Praktika bei Fotografen und in Werbeagenturen bekam ich irgendwann eine Zusage zum Kommunikationsdesignstudium. Ein Traum ging in Erfüllung, der gleichzeitig zum Albtraum wurde. Ich liebte die analoge Fotografie, das nächtelange Werkeln in der Dunkelkammer und hasste das Digitale, das hocken am Computer, umso mehr. Für mich war klar, Fotografin im Zeitalter der digitalen Fotografie zu werden klappt nicht, also landete ich nach längerer Suche alternativ als Volontärin in einer kleinen Bildagentur. Ich hatte Erfolg in meinem Job, assistierte schon früh dem Geschäftsführer und wurde Teil von verschieden Projekten, aber irgendwann reichte das nicht mehr aus. Sobald diese vorüber waren und die alltägliche Arbeit zurückkehrte war ich gestresst durch die Monotonie. Australien war jetzt 12 Jahre her, ich reiste zwar viel mit Timo und immer wieder zog es uns nach Neuseeland, nicht zuletzt weil mittlerweile meine kleine Schwester dort lebte, aber das war alles nicht genug. Ich wollte mehr, wieder frei sein, wieder unterwegs sein, nicht nur für ein paar Wochen. Mit 30 wurde mir klar, jetzt oder nie, meine letzte Chance auf ein weiteres Work & Travel Visum für Australien und Neuseeland. Ich stellte Timo vor die Wahl, entweder kommt er mit, oder ich gehe alleine. Glücklicherweise war er schnell überzeugt. Die Vorbereitungen kamen in Gang, ich kündigte meinen Job und da war er wieder, der Cocktail aus Spannung, Vorfreude und Angst. Wie lange hatte ich darauf gewartet, das Fernweh als ständigen Begleiter akzeptiert. Leider stand mir anfänglich meine Erwartungshaltung im Weg, so musste ich erst lernen, dass man Vergangenes nicht wieder erwecken kann. Es dauerte ein wenig bis ich begriff, dass dies eine neue Reise war und keine Wiederholung der Vorherigen. Erst im Anschluß war ich wieder unbeschwert und frei. Yoga trug einen großen Teil dazu bei und ich kam von dem Gedanken nicht los, dass das Yoga vielleicht meine neue Fotografie sein könnte. Also verlängerte ich das Jahr um weitere 3 Monate, ein Job wartete ja nicht auf mich, um durchs Wwoofen, in einem kleinen Ashram, Teile meiner Yogaausbildung zu finanzieren. An meinem 33. Geburtstag erhielt ich einen weiteren Namen „Satyamani – jewel of truth“, ich dachte gut gewappnet zu sein, aber ich wusste, die Wahrheit über mich selber musste ich noch finden. Dann kam der Zeitpunkt zurückzukehren. Hatten wir bereits während der Reise mit dem Gedanken gespielt in Neuseeland zu bleiben, machte mir nun eine Rückkehr nach Deutschland tatsächlich Angst. Nur die Freude darauf wieder bei Timo zu sein und auch Familie und Freunde wiederzutreffen, nahm einen Teil dieser. Doch kaum angekommen fühlte ich mich schnell eingesperrt und erst die Entscheidung wieder aufzubrechen sorgte für Besserung. Und hier bin ich, gehe Schritt für Schritt ins Ungewisse!

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timmo

Ein weiterer Komplex vom Typus Mensch. Geboren als Einzelkind im September 1984 im kleinen Stade im Dunstkreis Hamburgs, verbrachte ich die prägendsten Jahre in einer Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Vergißmeinnicht Nr. 2, eines von 7 Häusern unseres Blocks. Dahinter begann das wilde Leben. Eine Wiese, danach ein Fleet über das eine kleine Brücke zum Bolzplatz führte, dessen Tore keine Netze mehr hatten und somit der Fussball andauernd aus den angrenzenden Gräben gefischt werden musste. Ja, und dieses Reihenhaus gelegen zwischen 1 und 3, eignet sich als Metapher für meine Person. Irgendwie dazwischen, fällt es mir schwer mich zu verorten.
Ich war der kleine Junge, der mit Integralhelm auf seinem blauen Ballonrad keinen Bordstein ausließ, der mit Ölhandschuhen ein auf Torwart machte, großspurig ankündigte: “Onkel Hannes jetzt kommt der Hammer”, wenn er selber nach dem Ball trat, der sich mit seinem Skateboard den Treppenaufgang zu unserem Haus herunterstürzte und sich dabei die ersten Narben zufügte. Der Junge, der in Sachen Sommersprossen ganz weit vorne und dafür in anderen Dingen abgeschlagen war. Bei nächtlicher Atemnot, ging es mit Mama oder Papa vor die Tür. Dann gab es klassischer Weise ein Mini Milk, vorzugsweise in Vanille oder Schokolade, um die geschwollenen Atemwege wieder funktionsfähig zu machen und den nächtlichen Sternenhimmel zu bestaunen.

 

Aus damaliger Sicht konnte meine leuchtende Kindheit nur von der Tatsache getrübt werden, dass ich weder einen Gameboy, Nintendo, Sega oder irgend eine andere Konsole besaß. Cola, pah! Gab’s nicht.
Ich wurde ziemlich analog aufs Leben vorbereitet mit einem gesunden Cocktail aus Liebe, viel frischer Luft und Dreck. Ich war ein Kind mit geringem Allergierisiko, war abgehärtet, dreckig und glücklich.
Mit den Neunziger Jahren wurden Kassetten gegen CDs getauscht. Musikgeschichtlich begann ein ziemlich dunkles Jahrzehnt, besonders für mich, der ein absoluter Musikjunkee ist. Und ich startete den Versuch einer Rebellion, wenn man das in anbetracht der vorherigen Generation überhaupt so bezeichnen kann. Ich trug die verschlissenen Hosen meines Vaters so tief wie möglich, das Kappie falsch herum und die Schuhe offen. Deutscher Blödel Hip-Hop und Indie Rock wurden zum Soundtrack dieser Zeit.
Die Jahre zogen vorüber und als Teil der Multioptionsgesellschaft musste man sich ständig für oder gegen allerhand Dinge entscheiden. Und jede Entscheidung barg auch das Risiko, dass es die Falsche war. Ich war überfordert und die Frage, wer ich bin und was ich will, konnte nicht hinreichend beantwortet werden. Im Herzen Realschüler, entschied ich mich weitere drei Jahre zur Schule zu gehen, da kann man wohl kaum was verkehrt machen. Das kam auch meinem exzessiven Leben auf den Brettern des Leistungssports entgegen, auf denen ich zu Höchstzeiten zu John McEnroe mutierte. Nur im Gegensatz zu John, nach einem gefiederten Ball statt der pelzigen Variante schlug. Der Materialverschleiss wurde auf Grund von beachtlichen Erfolgen toleriert.
Ich brachte es auf stattliche 1,97 m bei knappen 80 Kilo, wurde T2 gemustert und wusste immer noch nicht für was ich tauglich bin! Die Vorbereitung, sich für Interessen anderer Leute, an der Waffe zu prostituieren, kam mir wenig sinnvoll vor, so dass ich beim Roten Kreuz das ältere Semester mit Essen versorgte. Frau Meier die im windschiefen Bauernhaus am Deich wohnte, verstand ich, obwohl sie mit mir Plattdeutsch sprach, besser als viele andere Menschen.
Nach dem Roten Kreuz, wurde artig dem gleichfarbigen Faden gefolgt und ein technischer Beruf aufgenommen. Dieser schaffte es nie meinen, im Sportleben zurückgelassenen Ehrgeiz, erneut zu entfachen. Und mit fehlender Identifikation für den Löwenanteil meines Lebens, war ich abgeschlafft und abgeschlagen, es fehlten die Erfolge, die für mich bedeutsam gewesen wären.
Es folgte ein Studium aus völlig falschen Motiven, was zum Scheitern verurteilt war. Im Anschluss ein Wechsel vom Handwerker zum Planer, der zwar zu einem höheren Betrag auf dem Konto führte, aber nicht zu mehr Zufriedenheit. Ganz im Gegenteil! An diesem Punkt fange ich an meine Identität erneut zu hinterfragen. Doch nichts oder niemand gibt mir die Antwort. Wenn nun aber Sicherheit und der gerade Weg mich nicht zu meinem Glück führen, dann ist es wohl Zeit den fehlenden Arsch in der Hose mit Mumm in den Knochen zu kompensieren – was mir nicht zuletzt durch Lisa gelungen ist. Die ersten Schritte auf dem Drahtseil werden mit Sicherungsnetz unternommen. 1 Jahr unbezahlter Urlaub, der mich weit von der Heimat weg trägt, doch näher zu mir. Die Frage ob ich überhaupt etwas kann, kann nun häufiger mit einem “Ja” beantwortet werden. Zurück in der Heimat wurde dann die Suppe aufgewärmt, die zuvor schon schwer zu schlucken und nun ungenießbar war. Aus dem Vorwort soll eine richtige Geschichte werden. Ob ich zum Schreiben dieser tauge, man wird sehen, aber ich werde mich von dem Versuch nicht abbringen lassen. Die Frage wer Timo ist, kann ich heute nicht und womöglich morgen auch nicht beantworten und irgendwie hoffe ich, dass die Antwort auf die Frage immer eine andere ist und das meine Zukunft ein buntes Potpourri an Varianten bereithält.
Yes, das Leben ist gut!!!!

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freitag

unser Toyota Land Cruiser

Freitag ist ein Toyota Land Cruiser HZJ78 und gleich im doppelten Sinne der Dritte im Bunde. Er tritt die Nachfolge der beiden Land Cruiser an, die uns in Australien und Neuseeland beheimatet haben. Namensgebend war zum Einen der Wochentag, der uns als Sinnbild der so oft zitierten Work-Life-Balance, oder wie wir es lieber sehen würden Life-Work-Balance taugt, der Übergang zur qualitativ hochwertigen Zeit – der Freizeit. Und zum Anderen die Figur aus Daniel Defoes Roman, die für Integrität und authentische Werte steht. Wer hier keine Analogie zu einem Auto erkennen kann, der fährt vielleicht das Falsche. Wer hingegen schon einmal in einem Auto gelebt hat, mitunter auch in einem geländegängigen, der weiß, dass ein Auto zu einem wandelbaren Zuhause werden kann, einem das Gefühl von Heimat in der Fremde gibt. Die faule Eintrittskarte zu entlegenen Orten, wenn man so will der laute Zugang zur Ruhe. Der Verbinder zwischen A und B und allem was dazwischen zu finden ist: Neue Landschaften, Kulturen, Flora, Fauna, Menschen, Tiere, Freude, Wut, Überschwenglichkeit, Enttäuschung, Energie, Erschöpfung, Lachen, Weinen und unendlich viel mehr.

Warum musste es denn nun unbedingt dieser Toyota Land Cruiser sein? Weil die ersten Beiden die Kategorie – mehr als nur ein Auto, erfüllt haben, er wie wir einfach und kantig ist und zu guter Letzt noch unsere Initialien trägt, Toyota LandCruiser. Unser Freitag kann kommen!

Nichts ist unmöglich …

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